Kooperationsraum „Mittleres Werratal“

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Kooperationsraum „Mittleres Werratal“
Sektor
Themenbereich Demographie
Staat Deutschland
Bundesland Hessen
Bezirk/Kreis
Projektpartner (Institutionen) Bad Sooden-Allendorf, Berkatal, Meinhard, Meißner, Wanfried, Wehretal, Weißenborn, Eschwege
Kontaktperson(en) •Frau Gabriele Nießen (Leiterin FB Planen und Bauen, Eschwege)
Projektwebsite http://www.werkstatt-stadt.de/de/projekte/223/
Projektstart (Jahr) 2008
Rechts- und Organisationsform Bund
Preise und Auszeichnungen

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Koordinaten: 51° 11' 13.30" N, 10° 3' 26.14" E

Beschreibung

Der Kooperationsraum „Mittleres Werratal“ liegt südöstlich von Kassel unmittelbar an der thüringischen Landesgrenze. Er umfasst neben der Kreisstadt Eschwege als räumliches und funktionales Zentrum sieben angrenzende Kommunen. Die Region profitierte in ihrer Randlage bis zur deutschen Vereinigung von der so genannten Zonenrandförderung, geriet nach der Grenzöffnung aber in eine Konkurrenzsituation mit Thüringen. Zum einen verlagerten einige Firmen ihre Standorte über die Landesgrenze. Zum anderen drängten Arbeitskräfte und Unternehmen aus Thüringen verstärkt auf den lokalen Markt. Neben diesen Entwicklungen führt auch die periphere Lage zu Arbeitsplatzverlusten in und zur Abwanderung von Menschen aus der Region. Die drei Städte und fünf Gemeinden der kommunalen Arbeitsgemeinschaft sind unterschiedlich von den Problemen des demografischen und wirtschaftlichen Wandels betroffen. Der Rückgang der Einwohnerzahlen und die anhaltende Alterung führen zur Unterauslastung bzw. zu Verschiebungen des Bedarfs bei öffentlichen Dienstleistungen. Zugleich verschlechtert sich die finanzielle Grundlage.

Zunächst wurde im Jahr 2004 die Stadt Eschwege als Modellstandort in das hessische Stadtumbau-Programm aufgenommen. In 2005 folgte die Aufnahme der „kleinen“ interkommunalen Kooperation „Werratal“, die aus den Umlandkommunen (ohne Eschwege) bestand. Die Zusammenführung der Stadt Eschwege mit den umliegenden Städten und Gemeinden zur „großen“ interkommunalen Kooperation erfolgte auch auf der konzeptionellen Ebene. Die zuvor separaten Konzepte (Integriertes Stadtumbaukonzept Eschwege und Entwicklungskonzept Region Mittleres Werratal) wurden ebenfalls 2008 zum „Entwicklungskonzept für die Region Mittleres Werratal“ vereinigt. Hintergrund war einerseits die Chance, den unterschiedlichen Funktionen und Potenzialen in den Teilräumen des Kooperationsraums besser zu entsprechen. Andererseits wurde man so den vielen Gemeinsamkeiten in Bezug auf städtebauliche, wirtschaftliche oder demografische Herausforderungen besser gerecht.

Bevölkerungsverluste zeichnen sich im gesamten Kooperationsraum in Form zunehmender Wohnungs- und Geschäftsleerstände in den zentralen Lagen der Kommunen ab. Dabei ist nicht allein die Quantität des Wohnungsleerstands das dominierende Problem, sondern insbesondere der Leerstand von wichtigen Stadt- bzw. Ortsbild prägenden Gebäuden. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten zielt daher auf die Sicherung und den Erhalt der städtebaulichen Attraktivität von Innenstädten und Ortskernen, die vor allem auf den historischen Fachwerkbeständen gründet. Dies spiegelt sich in diversen Maßnahmen wieder. Die Stadt Eschwege initiierte den Wettbewerb „Innenstadtkarrees“. Ein historisch bedeutsames Fachwerkhauses am Obermarkt in Eschwege wurde barrierefreie umgebaut. Für pflegebedürftige Menschen wurde ein weiteres Fachwerkhaus (mit ergänzendem Neubau) zum „Stadthaus Brühl 6“, einer altengerechten Einrichtung, umgebaut. In der Stadt Wanfried ist ein Fachwerkhaus zum „Modellhaus Wohnen“ weiterentwickelt worden. Dabei spielten private Akteure eine wichtige Rolle, die auf unterschiedliche Weise in die Maßnahmen eingebunden wurden. Ein Immobiliennetzwerk hat neben Leerstandserfassung und Beratungsfunktionen auch den Aufbau eines so genannten Handwerkernetzwerkes zum Ziel. In diesem Rahmen wird u.a. eine Spezialisierung von Handwerksbetrieben aus der Region im Bereich der Fachwerkhausmodernisierungen initiiert. Das „Stadthaus Brühl 6“ wurde durch einen Zusammenschluss dreier sozialer Träger finanziert. Das „Modellhaus Wohnen“ entstand in enger Kooperation mit einer engagierten Bürgergruppe als Anregung und Hilfestellung für Eigentümer und Handwerker.

Aktueller Stand

Die Kooperation widmet sich einer Reihe von Aufgaben, wie z.B. der Wirtschaftsentwicklung der Region, der Erstellung eines Gewerbeflächenangebots in der Region, der Abstimmung und Vernetzung der Gemeinden zur Tourismusentwicklung, eine Anpassung der Verwaltung sowie die Verwaltungszusammenarbeit, eine Anpassung des Wohnungsmarktes und der Infrastruktur, der Stärkung der Lebensmittelgrundversorgung und zuletzt der Beseitigung von Geschäftsleerständen in zentralen Lagen.

Erzielte Effekte

2004 Programmaufnahme der Stadt Eschwege

2005 Beginn der Erarbeitung des Integrierten Stadtumbaukonzeptes für Eschwege

2005 Programmaufnahme der „kleinen“ Kooperation ohne Eschwege

2006 Gründung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft

2007 Beschluss zur Festlegung des Stadtumbaugebiets Eschwege

2008 Zusammenführung des Integrierten Stadtumbaukonzeptes Eschwege mit dem Entwicklungskonzept Region Mittleres Werratal

2008 Beauftragung der BIG Städtebau mit dem interkommunalen Stadtumbau-Management

2009 Fertigstellung „Kulturfabrik altes E-Werk“

2010 Fertigstellung des Projektes „Stadthaus Brühl 6“

Weitere Informationen

Seit 2008 erhält die „große“ interkommunale Kooperation „Mittleres Werratal“ gemeinsame Zuwendungsbescheide, eine Besonderheit in Hessen.