Regionales Entwicklungskonzept REK U.T.E.

Aus Plattform Verwaltungskooperation
Version vom 4. Juli 2012, 09:59 Uhr von Niederer (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Regionales Entwicklungskonzept REK U.T.E.
Sektor
Themenbereich Wirtschafts- und Standortentwicklung, Demographie
Staat Deutschland
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Bezirk/Kreis
Projektpartner (Institutionen) Ueckermünde, Torgelow, Eggesin
Kontaktperson(en) Heidi Michaelis (Bürgermeisterin Ueckermünde)
Projektwebsite http://www.stadtumbau-ost.info/
Projektstart (Jahr) 2002
Rechts- und Organisationsform Lose Kooeration
Preise und Auszeichnungen

Die Karte wird geladen …
Koordinaten: 53° 44' 9.06" N, 14° 2' 54.92" E

Beschreibung

Die drei Kleinstädte Ueckermünde, Torgelow und Eggesin liegen südlich des Stettiner Haffs, ca. 40 km westlich von der polnischen Grenze. Alle drei Städte sind gekennzeichnet durch wirtschaftliche Strukturschwäche (Arbeitslosenquote von ca. 24,9 %) und ein wenig differenziertes Wohnungsangebot (ca. 64 % industrieller Wohnungsbau). Von März 1995 bis September 2003 haben Ueckermünde 7 %, Torgelow 12 % und Eggesin 35 % ihrer Einwohner verloren. Der Wohnungsleerstand ist im gleichen Zeitraum in Ueckermünde und Torgelow um 3-4 % und in Eggesin um 17 % (Abbau des Bundeswehrstandortes) gestiegen. Von den heute insgesamt 29.295 Einwohnern werden im Jahre 2020 voraussichtlich nur noch ca. 21.000 in den drei Städten leben.

Auf Grund ähnlicher Problemlagen in allen drei Städten haben sie sich zu einem interkommunalen Kooperationsverbund mit dem Ziel zusammengeschlossen, ein regionales Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Zunächst hat man sich auf vier thematische Schwerpunktbereiche der Kooperation beschränkt, die später noch erweitert werden können: Wohnungswirtschaft, wirtschaftliche Entwicklung, Verkehrsinfrastruktur und Tourismus. Diese Konzentration wurde gewählt, um die Kooperation praktikabel und umsetzungsorientiert gestalten zu können. Auf der Grundlage der einzelnen Integrierten Stadtentwicklungskonzepte (ISEK) für die drei Städte, bzw. parallel dazu laufend, wurde das Regionale Entwicklungskonzept Ueckermünde – Torgelow – Eggesin (REK U.T.E.) erarbeitet. Auf diese Weise konnte das REK U.T.E. auf die ISEKs und mit dem Entwicklungskonzept des Landkreises Uecker-Randow abgestimmt werden.

Innerhalb von REK U.T.E haben die Wohnungsunternehmen der Städte Ueckermünde, Torgelow und Eggesin eine Zusammenarbeit vereinbart. Außerdem ist die Städtekooperation nicht mit der Erstellung des REK abgeschlossen, sondern wird durch die monatlich stattfindende Bürgermeisterrunde fortgeführt. Die Moderation dieser Runde wird vom Bürgermeister des jeweiligen Tagungsortes übernommen. Bei diesen Treffen findet ein Erfahrungsaustausch, die Vorbereitung und Durchführung gemeinsamer Projekte sowie die Initiierung gemeinsamer Lobbyarbeit statt. Im März 2003 wurde im Rahmen der Neuaufstellung des Landesraumordnungsprogramms M-V von 1993 eine gemeinsame sehr umfangreiche und durch die jeweiligen politischen Gremien beschlossene Stellungnahme der U.T.E.-Städte dem Ministerium für Arbeit und Bau M-V mit dem Antrag auf ein gemeinsames Mittelzentrum übergeben.

Aktueller Stand

Erstes Ergebnis der Städtekooperation ist der Informationsaustausch zwischen den Städten und den Wohnungsunternehmen. Es wurde ein Prozess zur Auffindung von regionalen Kooperationspotenzialen im Bereich Stadtumbau eingeleitet. Im Schwerpunkt „wirtschaftliche Entwicklung“ wurden Perspektiven für Beschäftigungsimpulse unter Berücksichtigung der Angebote des Bildungssektors erarbeitet. Das Kompetenzzentrum Wald und die Erweiterung des Industriehafens Bernshof sind in Planung. Auf dem Feld der Verkehrsinfrastruktur wurde Lobbyarbeit zur Verbesserung der Erreichbarkeit der drei Städte betrieben. Im Bereich Tourismus konnten bislang die meisten Ergebnisse erzielt werden. Es wurden gemeinsame Angebotspakete geschnürt mit dem Ziel touristische Potenziale gemeinsam zu vermarkten. Daneben sind eine Reihe von Projekten gemeinsamer touristischer Vermarktung gestartet worden: bspw. die Integration der drei Städte in den Naturpark des Landkreises Uecker-Randow, die Ueckermünder Heide und die Haffküste in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Umlandgemeinden, Mittelalterzentrum und Industriemuseum in Torgelow, gemeinsame Planungen zu Radwegen entlang der Uecker, Wasserwandern auf der Uecker von den Ueckerseen bis zum Stettiner Haff mit entsprechenden Stationen/Planungen in den einzelnen Städten und Gemeinden sowie der militärgeschichtliche Museumspfad von Ueckermünde über Eggesin bis Torgelow.

Weitere Informationen

Die Städtekooperation zwischen Ueckermünde, Torgelow und Eggesin zeigt, dass sich gerade Kleinstädte, die keine großen Verwaltungsapparate aufweisen können, sich zusammenschließen sollten, um die gemeinsamen Probleme der Schrumpfung zu bewältigen. Auf diese Weise sind Synergieeffekte und das Lernen von den Erfahrungen in den anderen Städten möglich. Das REK U.T.E. gibt den Rahmen vor, in dem jetzt verbindlich und konkret weitergearbeitet werden kann. Wichtig dabei ist, dass die Zusammenarbeit auf der „Chefebene“ stattfindet, so dass bei den Runden auch Entscheidungen getroffen werden können. Positiv zu bewerten ist außerdem, dass zunächst versucht wird, mit dem Schwerpunkt Tourismus, der wenig konfliktträchtig ist, erste Projekte durchzuführen. Nur so können erste Erfolge schnell erzielt und das nötige Vertrauen für die Bearbeitung der schwierigeren Themen aufgebaut werden. Problematisch für die weitere Entwicklung der Städtekooperation ist allerdings zu bewerten, dass die Initiative der drei Städte zur Bildung eines gemeinsamen Mittelzentrums seitens des Landes bislang nicht aufgegriffen wurde. Der Entwurf zum ersten Beteiligungsverfahren des Raumentwicklungsprogramms M-V sieht nur Ueckermünde als Mittelzentrum vor. Sowohl das REK des Landkreises (Bereich Siedlungsentwicklung) sowie das REK Vorpommern (Handlungsfeld Infrastruktur) enthalten den Antrag auf den Status eines gemeinsamen Mittelzentrums der Städte des Städteverbundes U.T.E. im Zuge der Fortschreibung des Raumentwicklungsprogramms M-V.